Supervision und Fachgruppen

Supervision und Fachgruppen

Gemeinsam mehr rausholen

Online-Beratung ist anders. Das Know-how aus der mündlichen Beratung lässt sich nicht eins zu eins übertragen.

Die Onlineformate haben ihre Besonderheiten, auf die sich die Beratenden, Supervisor*innen, Therapeut*innen und Coaches einstellen müssen. Die Herausforderung des Dialogs in der medienvermittelten Kommunikation ist das Fehlen des visuellen Zugangs. Nonverbale Kommunikation, die im direkten Gespräch eine wichtige Funktion für die Kommunikation emotionaler Erlebnisinhalte hat, kann nicht übertragen werden. Das kann verunsichern.

Durch die Niederschwelligkeit beim Mailen, Chatten oder in der Beratung per Sprachnachrichten suchen gerade Menschen mit hohen psychischen Belastungen Unterstützung. So begegnen uns Stimmungsschwankungen, Suizidankündigungen, Impulsivität und selbstverletzendes Verhalten verbunden mit der Frage des Umgangs. Manchmal haben wir auch das Gefühl ausgenutzt oder manipuliert zu werden. Der Zustand „nichts recht machen zu können“, den diese Kontakte häufig auslösen, ist schwer zu ertragen und laugt aus. In der Supervision können wir Möglichkeiten finden, mit diesen Ratsuchenden umzugehen und auf unsere eigene Psychohygiene zu achten.

Die Anonymität des mediengestützten Dialogs erleichtert es gerade Kindern und Jugendlichen über (sexuelle) Gewalterfahrungen zu berichten. Für Beratende ist es schwer dabei die eigene Hilflosigkeit und Ohnmachtsgefühle auszuhalten, wenn sie nicht um die Möglichkeiten der Unterstützung wissen.

In der textbasierten Online-Beratung entsteht eine paradoxe Situation: Nähe durch Distanz. Diese Distanz bewirkt, dass gesellschaftlich tabuisierte und schambesetzte Themen leichter benannt werden. Zudem treffen wir vermehrt auf Menschen, die nicht mehr leben wollen. Eine aufreibende Situation, wenn es Unsicherheit in Bezug auf das rechtliche Vorgehen gibt und anderseits die gesamte Präsenz für den Dialog gebraucht wird.

Häufig melden sich auch Menschen in Krisensituationen. Damit wir nicht selbst „die Krise bekommen“ erfordert es ebenfalls spezielles Handwerkzeug.

Mehr als im Face-to-Face-Dialog liegt der Verdacht nahe, dass eine Mail oder der Chat gefakt sind. Die Verunsicherung ist groß, wenn kein Handwerkzeug für den Umgang mit Inszenierungen und Fakes zur Verfügung steht.

Auch die Gruppendynamik im Chat hat ihre eigenen Regeln, wie z.B. der Umgang mit Trollen.

In der Supervision reflektieren wir die mitgebrachten Themen, entwerfen Möglichkeiten sich zu entlasten und liefern Werkzeuge für die Psychohygiene. Praxisnah, wissenschaftlich fundiert und aktuell analysieren wir die eingebrachten Fälle, um dann alternative Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Die Supervisionsgruppe ist eine halboffene und fortlaufende Gruppe und richtet sich an Coaches, Berater*innen, Supervisor*innen, Psychotherapeut*innen und alle anderen die online beraten, ob per Mail oder Chat, Video oder Audio.

An 8 Terminen, verteilt über ein Jahr, jeweils donnerstags in der Zeit von 10 – 12.30 Uhr bietet diese fachliche Supervisionsgruppe einen Raum für Themen und Fragen aus dem Online-Beratungsalltag anhand von Fällen zu reflektieren. Es handelt sich um eine halboffene Gruppe, in die auch weitere Beratende einsteigen können. Die Anmeldung erfolgt für einen Zyklus von 8 Sitzungen und kann verlängert werden.

Termine in 2022: 1. September, 29. September, 27. Oktober, 24. November
Termine in 2023: 12. Januar, 2. März, 20 April, 15. Juni.
Kosten pro Person und Termin: 55,00 Euro (220,00 Euro im Jahr 2022 und 220,00 Euro in 2023)

Anmeldung an:

birgit.knatz@schreiben-tut-der-seele-gut.de